Tuerli.ch

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vom Tureli 2009 auf dem Weg nach Mondstein

Montag, 28. Juli 2008

Zuri Marathon aus der Sicht TEAM MEYER

Nachfolgend der Bericht des Betreuer Teams MEYER vom Zürichmarathon

Unter dem Motto:

Die Betreuungs-Crew Meyer sen., „km 11 und km 27”, erinnert sich.....

Crew-members: Maria und Peter Meyer, Burgund, Eltern von Thomas, (aus unerfindlichen Gründen von vielen “Thöme” genannt); Aufgabe: Stimmliche und weitere Unterstützung der Rennläufer Burki, Ivan, Roly, Hunki und Thomas.

Im Gegensatz zu den offiz. Streckenposten fanden wir die von den tuerli.ch-Verantwortlichen definierten Betreuungszonen „km 11 sowie km 27“ auf Anhieb. Zufällig war das genau bei der öffentlichen und sogar geöffneten und überheizten Toilettenanlage in Küsnacht. Viele Läuferinnen und Läufer, offensichtlich ortskundig, benützten diese emsig.

08.30 h, der Start musste erfolgt sein. Beim von uns einsehbaren km 10 begann eine Guggemusig ihr lustiges Gedröhn, ein ebenfalls dort postierter Saniwagen wurde bereits Richtung Start gerufen. Obschon recht kühl, konnte sicher noch kein Läufer erfroren sein. Die hatten ja vielfach Handschuhe montiert. Sieht noch gut aus: Roter Kopf, Turnerliibli, Shorts und Handschuhe, hähähä.

Die erste Gruppe Farbiger raste heran. Klein und zwirblig die einen, lang und gazellenhaft geschmeidig die andern. Der vorderste hatte sogar noch Zeit, unsere französischen Anfeuerungs-Rufe mit einem Lächeln und kurzem Winken zu verdanken.

Einiges später: Der vorausberechneten Zeit nach waren nun unsere Kämpfer langsam fällig. 300 Meter nach der ersten Zwischenzeit stand ich bereit mit Rat und Tat, während Maria 300 Meter weiter See-aufwärts als Leergutmanagerin auf Arbeit wartete.

Erstes Zucken, Ivan zog mit raumgreifenden Schritten vorbei, im weissen Leibchen, nichts benötigend, wie abgemacht. Kurze Zeit später nahten unsere drei Langen, Breitbrüstigen, natürlich in weissen Leibchen. Thomas hatte mich bereits erspäht und sich an meine Trottoirkante herangeschoben. Mit Kaltstart vollzog ich meine ermunternde Aufgabe. Alle machten einen hervorragenden Eindruck, die Durchgangszeit stimmte, Maria konnte weiter vorne ihres Amtes walten und ich bereitete mich sorgfältig auf die in Kürze zu erwartende Betreuung von Hunki vor. Das hiess, Leibchen- und Gesichtskontrolle der vorbeiziehenden Horden. Gleich musste Hunki kommen, er sei in sehr guter Verfassung, hatte es geheissen. Als ich eigentlich fest mit ihm gerechnet hatte, flog mir aus einer grösseren Gruppe ein Paar Handschuhe vor die Füsse, gefolgt von einem gebieterischen: „MAX“! – 5 Sekunden später nochmals: „MAX“!!! Um jaaa unseren Hunki nicht zu verpassen, widmete ich mich aber vorerst weiterhin der vordringlichen Aufgabe, diesen zu erkennen in den stetig passierenden Läufermassen. Von „Max“ war nichts zu sehen.


Zwischenzeitlich hatte ich diese Handschuhe, gut sichtbar für Max, vor meinen Füssen deponiert und kämpfte mit der Tücke des Erkennens der anschwellenden Schar rennender bis hinkender Läuferinnen und Läufer. Es war ja offiziell verboten, die Läufer zu verpflegen vom Strassenrand aus, -hmkm -, und so sah man, wo viele der betreuerlosen Kerlinnen und Kerle ihre Notportionen am eigenen Körper verstaut hatten.....ou ou ou , Zusatzgoût garantiert! Max liess weiter auf sich warten, Hunki ebenso. Tausende rannten vorbei, humpelten vorbei, nur einer hatte ein seliges Lächeln auf dem Gesicht, sicher nicht von einem Becher Isotonic herrührend. Aber kein Hunki, kein Max. Der Besenwagen nahte, freundlicherweise statt mit einem Besen, mit einem schönen Blumenstrauss gekennzeichnet.

Fazit unseres ersten Einsatzes bei „km 11“: Thomas, Burki, Roly und Ivan vorbei, Hunki verschollen, Max verschollen, ein Paar Handschuhe zugelaufen.. Maria legte diese gut sichtbar auf eine Mauer, worauf wir uns zu „km 27“ verschoben, das hiess, auf die gegenüberliegende Strassenseite. Toilette und Handschuhe immer noch in unserem Blickfeld. Max fehlte beharrlich.

Maria bezog ihre Position Richtung Zürich, unmittelbar vor der unermüdlich pääpenden Guggä. Meine Wenigkeit richtete sich ein auf den Spurt aller Spurts. Und, wie beim ersten Vorbeimarsch, war Ivan der erste, der an uns vorbei majestätisch seine Bahn zog. Jetzt wurden aber die Hände feucht: Ein letzter Kontrollgriff in meine Hosen-, Hämper- und sonstigen Taschen und schon nahten, ja héé, gopfridli, nur zwei weisse Leibchen. Roly und Thomas. Das erforderte zwar keine Systemumstellung in meiner Betreuermontur, aber jetzt war auch noch Burki abhanden gekommen?! Die beiden ersteren, in einer Vierergruppe kämpfend, näherten sich mit einem Affenzahn. Also, alter Meyer, die Beine in die Hände genommen und auf gleicher Höhe, später auf fast gleicher Höhe mittäppelnd, erfüllte ich meine Aufgabe des guten Samariters. Anders sah es einige Minuten später aus: Auf der Mittellinie trabend, kämpfte sich Burki heran, augenscheinlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Scheints habe er es dann einige hundert Meter weiter vorgezogen, sich per Schiff ans Ziel verfrachten zu lassen. Wär isch mä dänn.

Nebenbei, Max war immer noch absent, die Handschuhe immer noch auf der Mauer. Da – ein vorbeihuschender, blauer Schatten, auf dem blauen Leibchen „tuerli.ch“: HUNKI ! Unser Zögling Hunki! Soo guet! Nun waren alle, für die wir einen Morgen lang Mitverantwortung trugen, bei uns vorbei gekommen. „Max“ konnte uns gestohlen bleiben und mit ihm diese Handschuhe. Soll sich doch sein Läufer beim nächsten Auftritt den Chuenagel holen mit blutten Händen.

Am frühen Abend dann Einrücken bei Meyer juniors. Die erste Frage unseres Thomas: „Häsch d’Häntschä vom Hunki?“ Natürlich hatten wir keine Häntschä vom Hunki. Wie kam er jetzt daa drauf?

Jä du verreckte Cheib: Der Handschuhschmeisser war Hunki, in blauem Leibchen, das musste ich entweder vergessen oder überhört haben. Aber warum „Max“? Wir haben zwar schon einen recht sportlichen Max in unserer Sippe, aber das ist der Schwiegervater von Thomas und nicht der Vater. Beim gemeinsamen Nachtessen der Sportler, ihrer Familien und einiger Betreuer, mussten dann die Geschädigten nicht für den Spott sorgen. Mit mir als Neo-Max ging die Gemeinde zwar recht schonend um, aber Hunki musste einiges hören von den Lästermäulern. Auch der sich mit einer wieder aufgebrochenen Zerrung herum geschlagen habende Burki wurde nicht verschont vor übler Nachrede.

Summa summarum: Ein Prachtstag für uns. Herzliche Gratulation von unserer Seite an jeden einzelnen für seine persönliche Leistung sowie der ganzen Mannschaft zum Schweizermeister-Titel. Wir selber nehmen als nächstes am „Kampftöpfern im Burgund“ teil, was ganz sicher etwas weniger hektisch sein wird. (Ausser Max treibe auch hier sein virtuelles Unwesen......).


Liebe Grüsse aus dem Französischen Busch

Peter und Maria Meyer


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